Linux 5.2 veröffentlicht – „Bobtail Squid“ ist aufgetaucht

By | 10. Juli 2019

Pünktlich zum geplanten Termin wurde am Sonntag die Stable-Version 5.2.0 des Linux-Kernels veröffentlicht.

Der neue Kernel bringt wieder eine Reihe von Änderungen – von neuen Features über Verbesserungen an bestehenden Funktionen bis hin zum Aussortieren obsolet gewordener Teile. Einige Änderungen, wie etwa die Unterstützung neuer AMD-Grafikprozessen, haben es dagegen nicht in den aktuellen Kernel geschafft und stehen jetzt auf der Agenda für Version 5.3. des Linux-Kernels.

Die wichtigsten mit Linux 5.2 eingeführten Änderungen im Überblick:

  • Ext4 goes Windows: Das Ext4-Dateisystem kann jetzt, falls gewünscht, Groß- und Kleinschreibung ignorieren und benimmt sich damit vergleichbar den Windows-Dateisystemen. Diese Änderung ist sicherlich für einige Anwendungsfälle sinnvoll, aber sie wurde teuer erkauft, denn für die hierfür notwendigen Normalisierungs- und Casefolding-Funktionen musste eine vollständige Unicode-Tabelle in den Linux-Kernel integriert werden. Ganz so neu ist diese Case Insentivity für Linux übrigens nicht: Das XFS-Dateisystem bot diese schon immer zur Auswahl bei der Datenträger-Formatierung an.
  • Procfs kann jetzt Dateien zum Bau von Kernel-Modulen bereitstellen.
  • BFQ: Verbesserte Performance beim Storage-IO-Scheduler. Insbesondere soll hierdurch der Start von Programmen mit vielen parallelen Schreiboperationen beschleunigt und die CPU-Belastung reduziert werden.
  • Prozessüberwachung á la Android: Der Linux-Kernel erhielt insbesondere auf Betreiben von Android-Entwicklern neue Funktionalität zur Überwachung und Steuerung der Auslastung. Auch die aus Performance-Analysen gewonnen Daten lassen sich jetzt effizienter nutzen.
  • 3D-Treiber für ARM-SoCs: Nutzer dieser Einplatinencomputer erhalten einen 3D-Treiber für die Grafikeinheit.
  • Neue Lizenzauszeichnungen: In Linux 5.2 wurden die meisten Dateien mit einer neuen Lizenzauszeichnung versehen, die -etwa im Rahmen eines Build-Prozesses- maschinell ausgewertet werden können. Diese Lizenzauszeichnungen sind auch dafür verantwortlich, dass mit Linux 5.2 insgesamt über doppelt soviele Dateien wie sonst üblich geändert wurden.

Die wichtigsten und interessantesten Neuerungen des 5.2-Kernels werden wir in den kommenden Tagen in einer Artikelserie vorstellen.

Wer sich übrigens über den von Linus Torvalds für die 5.2-Version gewählten Codenamen „Bobtail Squid“ wundert: Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von mit Tintenfischen verwandten Kopffüßlern. Ob das wohl etwas mit den aktuellen Tauchausflügen von Linus Torvalds zu tun hat?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.